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Statistik

GLANZING IM SPIEGEL DER VOLKSZÄHLUNG 2001

Die Volkszählung 2001 war die letzte der herkömmlichen Art. Ab nun werden Bevölkerungszahl und verschiedene Merkmale dieser Bevölkerung (aber nicht die Religionszugehörigkeit) durch Fortschreibung und Zusammenführung verschiedener Datenquellen (angefangen vom Geburtsregister im Standesamt) ermittelt

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist darauf zu achten, dass es sich bei den Angaben zur Volkszählung um das formale Religionsbekenntnis handelt.
Zulehner hat mit seinen Mitarbeitern in der Wertestudie 1990/91 untersucht, wie diese mit
„Gläubigkeit“ zusammenhängt.
Das Ergebnis entspricht unserer Erfahrung:
Nicht alle Kirchenmitglieder bejahen die „Glaubensartikel“, aber immerhin erklären  vier Fünftel an Gott zu glauben, bei den Konfessionslosen sind es nur ein Siebentel.

Die Pfarre Glanzing ist ein Teil des Dekanats 19 (Döbling) und dieses wieder ein Teil des Vikariats Wien-Stadt

1. Verteilung der Bevölkerung nach Religion

 

Ausgewiesene Pfarren

Wien-Stadt Dekanat 19 Kaasgraben Krim Glanzing
r.k.(& un.)

49  %

56  %

60  %

57  %

56  %

evangelisch

5  %

7  %

8  %

7  %

9  %

orthodox

6  %

3  %

2  %

3  %

2  %

o.B.

26  %

24  %

23  %

25  %

25  %

muslim.

8  %

4  %

2  %

3  %

1  %

sonst.

6  %

6  %

5  %

5  %

7  %

Summe  %    

100  %

100  %

100  %

100  %

100  %

Summe abs.   

1.550.123

63.122

3.322

13.851

3.588

 

 

  • Wir sehen, dass der Anteil der Katholiken in Döbling etwas größer ist  als in der Stadt Wien, ebenso der Anteil der evangelischen Christen in den ausgewählten Pfarren. 
  • Während der Anteil derKonfessionslosen und der Sonstigen sich nur wenig vom  Durchschnitt der Stadt unterscheidet,  sind die Orthodoxen und die Muslime unterdurchschnittlich vertreten.
    Es ist zu vermuten, dass  dies daran liegt, dass Wohnungen im „Nobelbezirk“ Döbling für Neuzuzügler aus dem Osten (Serben, Türken) schwer erschwinglich sind.

2. Religion nach Alter:

Katholikenanteil (in Prozent) in verschiedenen Altersstufen (Lebensphasen) im Vergleich
(Alle Einwohner 100  %)

 

Ausgewiesene Pfarren

Alterstufe 

Wien-Stadt

Dekanat 19

Kaasgraben

Krim

Glanzing

0- 5

47 %

52 %

58 %

56 %

54 %

6-14

56 %

67 %

73 %

69 %

66 %

15-24

55 %

63 %

60 %

67 %

73 %

25-39

47 %

53 %

58 %

55 %

54 %

40-54

43 %

44 %

53 %

51 %

52 %

55-64

48 %

56 %

60 %

55 %

55 %

65-74

52 %

54 %

60 %

54 %

47 %

75+

60 %

66 %

64 %

61 %

60 %

Durchschnitt

49 %

56 %

60 %

57 %

56 %

Kath.abs.

762.089

35.304

1.985

7.926

2.019

 

Vergleicht man den Katholikenanteil  in den verschiedenen Lebensphasen, so kann man Folgendes feststellen:

  • Bei den Vorschulkindern ist der Anteil an Katholiken (in allen ausgewählten Gebieten) etwas  unter dem Durchschnitt, vermutlich auf Grund  aufgeschobener Taufen
  • bei den Pflichtschülern und auch noch bei den Jugendlichen (bis 25) ist er über dem Durchschnitt
  • ab dann  nimmt er überall ab
  • Am geringsten ist der Anteil von Katholiken-abgesehen von Glanzing - bei den 40 bis 54jährigen und nimmt dann wieder zu.
  • In Glanzing finden wir den geringsten Anteil an Katholiken bei den 65 bis 74 jährigen verbunden mit dem größten Anteil der Konfessionslosen

Wichtig scheint wohl die Frage zu sein, warum nachdem Jugendalter der Anteil an Katholiken so deutlich abnimmt.
Es scheint der Eintritt ins Berufsleben zu sein, denn mit dem ersten Verdienst folgt auch der erste Kirchenbeitragsbescheid. Dafür könnten die Unterschiede  bei den Jugendlichen (15-24) sprechen, je nach Dauer der Ausbildung. Dies soll im nächsten Abschnitt behandelt werden.

3. Besuchte Schulen

Schüler und Studenten nach Typ der besuchten Ausbildungsstätte

 

 

 

 

 

 

 

Alle

          Wien

      Dek. 19

     Ausgew.    

Pfarren

 

 

 

 

Kaasgraben

           Krim

     Glanzing

Schule

 

 

 

 

 

Volkssch.

31 %

26 %

30 %

26 %

24 %

Hauptsch.

)         14 %

)           7 %

 )          5 %

 )          8 %

)            4 %

AHS-Ust.

28)        13 %

24)        16 %

23)      17 %

27)       18 %

 22)         18 %

Sondersch.

)         1 %    

 1 %

)           1 %

1 %  

)             0 %

Polyt.

1 %

1 %

0 %

1 %

0 %

BMS

3 %

2 %

2 %

3 %

2 %

AHS-Ost.

9 %

13 %

16 %

13 %

17 %

BHS, Koll.

8 %

6 %

3 %

6 %

7 %

Uni, FH, Ak

18 %

27 %

24 %

22 %

27 %

Sonstiges

2 %

2 %

2 %

2 %

1 %

 

 

 

 

 

 

Gesamt

100 %

100 %

100 %

100 %

100 %

 

 

 

 

 

 

Absolut

222.968

9.490

496

2.033

570

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katholiken

Wien

Dek. 19

Ausgew.

Pfarren

 

 

 

 

Kaasgraben

          Krim

     Glanzing

Schule

 

 

 

 

 

Volkssch.

28 %

25 %

30 %

25 %

22 %

Hauptsch.

  )       12 %

)      6 %

              6 %

)         8 %

   )        4 %

AHS-Ust.

  29)       16 %

24)    17 %

26)   20 %

28)      19 %

  20)     16 %

Sondersch.

     )              1 %  

         )        1 %

 0 %

1 %

0 %

Polyt.

1 %

1 %

0 %

1 %

0 %

BMS

3 %

2 %

2 %

3 %

2 %

AHS-Ost.

9 %

14 %

15 %

12 %

19 %

BHS, Koll.

9 %

7 %

3 %

7 %

7 %

Uni,FH,Ak

19 %

27 %

22 %

22 %

28 %

Sonstiges

1 %

1 %

2 %

1 %

1 %

 

 

 

 

 

 

Gesamt

100 %

100 %

100 %

100 %

100 %

 

 

 

 

 

 

Absolut

127.925

6.055

322

1.406

412

 

Ein prozentueller Vergleich der Besucher verschiedenen Schultypen ist natürlich problematisch, weil jene keine Bildungsanstalt Besuchenden, die  nicht mehr schulpflichtig sind, vernachlässigt werden. Es  wäre wohl exakter, einerseits eine Verteilung der Schulpflichtigen zu berechnen – andererseits die weiterführenden Bildungsanstalten extra zu erfassen, wobei man das Alter einbeziehen müsste. Aber um nicht zu viele Tabellen zu bekommen, wurde dieser Weg gewählt, jedoch durch eine  Addition der Anteil der Zehn- bis Dreizehnjährigen geschätzt.

Was zeigt  sich nun? Die Unterschiede der Katholiken zur Gesamtbevölkerung  Wiens ist relativ gering. Viel deutlicher sind die Unterscheide zwischen den „Regionen“. Im 19.Bezirk gibt es deutlich weniger Hauptschüler, wobei hier wieder besonders in der Pfarre Glanzing  auffällt. Hier sind überhaupt der Anteil der Pflichtschüler am geringsten, dafür sehr viele Obergymnasiasten und Studenten. Die Pfarre Krim ähnelt mehr Gesamtwien, der Bezirk und teilweise auch Kaasgraben liegen dazwischen.

 

4. Bildungsstand der Bevölkerung

Höchste abgeschlossene Bildung (nach 15 Jahren )

Alle

Wien

Dekanat 19

 Ausgeählte Pfarren 

 

 

 

Kaasgraben

Krim

Glanzing

Bildung

 

 

 

 

 

Pflichtsch.

33 %

27 %

22 %

28 %

20 %

Lehre

29 %

21 %

15 %

25 %

19 %

BMS

11 %

11 %

13 %

11 %

12 %

AHS

9 %

13 %

15 %

11 %

15 %

BHS, Koll.

7 %

7 %

9 %

7 %

9 %

Akademien

1 %

2 %

2 %

2 %

2 %

Uni, FHS

10 %

19 %

25 %

15 %

24 %

 

 

 

 

 

 

Gesamt

100 %

100 %

100 %

100 %

100 %

Absolut

1.322.544

55.017

2.886

12.081

3127

 

Katholiken

                      Wien

       Dek. 19

Ausgewählte

Pfarren

 

 

 

 

Kaasgraben

             Krim      

  Glanzing

Bildung               

 

 

 

 

 

Pflichtsch.

29 %

25 %

               20 %

28 %

20 %

Lehre

28 %

20 %

14 %

24 %

17 %

BMS

12 %

12 %

15 %

12 %

13 %

AHS

10 %

14 %

15 %

11 %

17 %

BHS, Koll.

8 %

8 %

9 %

7 %

9 %

Akademien

2 %

2 %

2 %

2 %

2 %

Uni, FHS

11 %

19 %

25 %

15 %

23 %

 

 

 

 

 

 

Gesamt

100 %

100 %

100 %

100 %

100 %

Absolut

643.073

30.511

1.692

6.792

1733

 

Zunächst wieder eine Vorbemerkung zur Bezugsgröße. Es ist (m.E. leider) in der Amtlichen Statistik üblich, sich bei den höchsten Bildungsabschlüssen auf alle nicht mehr Schulpflichtigen zu beziehen, obwohl ein Fünfzehnjähriger eben keinen höheren Abschluss als Pflichtschule haben kann. Für genauere Vergleiche müsste man also differenzierte Altersstufen heranziehen, für einen   groben Vergleich genügt es aber wohl.

 

Auch beim Bildungstand sind die Unterschiede zwischen der Gesamtbevölkerung Wiens und den Katholiken sehr gering, es gibt bei diesen etwas mehr Maturanten und weniger Pflichtschulabsolventen. Größer   sind wieder die regionalen Unterschiede. Wobei hier Kaasgraben und Glanzing  ähnlich wenig Personen mit Pflichtschul- und Lehrabschluss haben und deutlich mehr AHS- und Universitätsabsolventen, die Krim eine ähnliche Struktur wie ganz Wien und die Daten für den 19. Bezirk dazwischen liegen.

Zusammenfassung

Es stellt sich nun die Frage, ob eine solche Auswertung etwas bringt?

  • Ich habe von den vielen erfassten Daten einige wenige ausgewählt.
  • Das Hauptergebnis ist wohl, dass Glanzing eine Intelektuellenpfarre ist:
    viele Studenten, viele Akademiker.
    Das ist nartürlich nicht überraschend, die Frage war nur, ob der persönliche Eindruck, die sogenannte Primärerfahrung,einer statistischen Überprüfung standhält.
  • Glanzing liegt im Bildungsbereich eindeutig nicht nur über dem Wiener Durchschnitt, sondern auch über dem von Döbling,
  • Die Zahlen der Pfarre Kaasgraben sind in dieser Hinsicht unterschiedlich, während die der  Krim zwischen denen von Wien und demGesamtbezirk liegen.
  • Ob man den Schluss ziehen soll, dass auch in der Seelsorge in den einzelnen Pfarren verschiedene Konzepte sinnvoll sein könnten, müssen die Seelsorger beurteilen.

Statistik und Information: Irmfried Speiser